Unversehrt bleiben oder: Liebe in den Zeiten von Corona

Die Leute sollten nach Hause gehen und ihr Leben ändern. Er kümmere sich dann gerne um das, was noch zu tun übrig bliebe. Das gab Hippokrates Menschen auf den Weg, die ihn wegen Erkrankungen aufsuchten.

Darin wird bereits seit der Antike etwas Unerhörtes impliziert, nämlich, dass die Menschen viel von dem, was ihnen widerfährt, selbst in der Hand haben bzw. mit dem, was ihnen widerfährt, wiederum selbst so umgehen können, wie sie das wollen.

Eigene Entscheidungen treffen, vor allem eigene Gedanken denken und dann Schlüsse daraus ziehen, die für einen selbst, das Gegenüber UND damit für das ganze Miteinander gedeihlich sind – das muss jedoch von klein auf geübt sein.

Coronas Herd steht in einem totalitären System, in dem eigene Meinung und eigenes Handeln wenigen Menschen vorbehalten sind, die mit ihren Entscheidungen das ganze Miteinander gefährden – und dabei suggerieren, es wäre zu ihrem Guten.

Die weitere Ausbreitung von Corona verdanken wir größtenteils der Angst- und Panikmache durch asoziale Medien, die damit vor allem eins tun: Geld verdienen. Only bad news are good news, und in Deutschland sorgt Corona außerdem dafür, dass das Thema Rassismus sehr schnell aus den Schlagzeilen verschwand.

Nun zieht sich das Miteinander, das Kollektiv, in seine Höhlen zurück, hamstert Klopapier und Mehl, kann nicht mehr zu Fußballspielen gehen, nicht ins Theater, man soll mehr und mehr zu Hause bleiben, sitzt mit „dem P im Auge“ vor Fernseher und Computer.

Das Räderwerk der Wirtschaft stottert, die Börsen gehen talwärts, Krisenstäbe werden gebildet, und ich frage mich, was eigentlich wäre, wenn man bei anderen Sachverhalten ebenso panisch reagieren würde, zum Beispiel beim Syrien-Thema.

Doch Syrien ist weit weg, und wenn dort Menschen sterben durch Folter und Krieg, dann ist das eben DORT. Corona jedoch ist HIER und kommt in den eigenen, so verletzlichen Körper, ist vielleicht schon längst reingekrochen.

Erstaunlicherweise heißt der Virus Corona, und er trifft die selbsternannte „Krone der Schöpfung“ ganz empfindlich. Seltsam nur, dass Panik und Angst weiter verbreitet und vor allem attraktiver zu sein scheinen als Salutogenese und Resilienz. Abgesehen davon, dass die gefühlt meisten Menschen noch gar nicht wissen, um was es sich bei Salutogenese und Resilienz eigentlich handelt.

Der erzwungene Rückzug der Gesellschaft ins Private könnte darum eine gute Gelegenheit sein, sich neue Gedanken um die eigene und die kollektive Gesundheitsförderung und -erhaltung zu machen. Was zum Glück nicht verboten ist.

Zuvörderst ginge es um die Tatsache, dass Gedanken und damit Sprache Realität erschaffen. Das Wissen darum gehört in die Rubrik „Sagt der Kaiser zum Papst: Halt du sie dumm, ich halt sie arm“, eine Rubrik, die durch das Internet eine neue Polarität erfährt. Denn ja, Leute können durchs Internet ziemlich verdummt werden. Aber auch ja, das Internet ermöglich Wissenserwerb.

Verdummung von Wissenserwerb zu unterscheiden, ist nun eine Fähigkeit, die der Fähigkeit des Immunsystems entspricht, einen gefährlichen Virus (oder etwas anderes) zu erkennen und dann zu wissen, was mit dem jeweiligen „Ding“ zu tun ist.

Woher nimmt nun das Immunsystem jeweils diese Information? Wie kann man es dazu bringen, seine Aufgabe zu erledigen, den Organismus zu schützen, zu dem es gehört?

Tja, wie bringt man anderswo jemanden dazu, etwas zu erledigen? Richtig, man beauftragt, man informiert, kurz: man SAGT es – und trifft dann auf entsprechende Reaktionen: Verständnis und Akzeptanz oder Unwillen und Verweigerung oder Igrnoranz oder oder … oder das Gegenüber muss einfach tun, was man sagt, weil man der Chef ist. Und wenn das nicht funktioniert? Bzw. wie KÖNNTE es funktionieren?

Zum Glück leben wir mittlerweile in Zeiten von Augenhöhe und flachen Hierarchien (während leider weltweit noch viele totalitäre Systeme ihr Unwesen treiben), und auf Augenhöhe sagen Chefs nicht mehr „mach das und zack“. Sondern Kommunikation verläuft anders.

Augenhöhe schnell und einfach erklärt: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. 100 % für dich, 100 % für mich. Du bist okay, ich bin okay, Namaste.

Auf diesem Niveau kann man lebenskünstlerisch durchaus versuchen, Coronen Einhalt zu gebieten. Aus einer spirituellen Haltung heraus kann man dabei darauf vertrauen, dass dies möglich ist.

Zurück zur Kommunikation mit dem Immunsystem und den Gedanken und Worten, die Realität erschaffen: Denkt man die ganze Zeit (und sei es nur unbewusst), dass Corona gefährlich, schlimm, böse oder gar eine Strafe Gottes sei, dann gebraucht man
• Worte, die wenig Heilsames haben;
• Zeit, die vergangen ist und außer unheilsamem Denken (samt Folgen) nichts gebracht hat.

Darum stelle ich der geneigten Leserschaft hier etwas zur Verfügung, das ich affirmatives Gebet nenne und das sich von herkömmlichen Gebeten dadurch unterscheidet, dass es kein „Bitte bitte, mach“ enthält, sondern ein „Danke, dass es so ist“. Weil alle Menschen geliebte Gotteskinder, geliebte Kinder des Universums, kurzum einfach geliebt sind, unabhängig von ihrer religiösen Zugehörigkeit und vor allem unabhängig von dem, was man ihnen in der Kindheit erzählt hat, das sie seien oder eben nicht seien. Sie sind alle geliebt, punkt.

Hier das affirmative Gebet fürs heilsame Miteinander in sich selbst und mit anderen. „Bitte“ entspricht auf Basis der Zusage „bittet, so wird euch gegeben“ (Matthäus 7,7) jeweils „danke“ und umgekehrt:

Hiermit bitte ich darum,
dass mein Immunsystem zu 100 % arbeitet,
und ich gebe alles frei und in Frieden,
was mein Immunsystem daran hindern könnte,
zu 100% zu arbeiten
und auch nur für mich zu arbeiten.
Das geschieht sanft, in Balance und ohne Belastung
und es ist sicher für mich
und alle freuen sich.
Desgleichen bitte ich für das Immunsystem aller.
Danke.

. . .

Das klingt für manche Ohren vielleicht seltsam, vor allem für die, die in ihrer Kindheit zu oft erlebt haben, dass auf ein dringliches und für den kindlichen Geist mit etwas Gutem verbundenes „bitte bitte“ ein väterliches oder mütterliches hartes, kurzes, unerklärtes „NEIN“ folgte und die dann daraus schlossen, dass Gott bzw. die bedingungslose Liebe, aus der sie eigentlich auf diese Welt kamen, es genau so sähe.

Nein, „der liebe Gott“ sieht vieles NICHT wie Mutti und Vati. Diese Kraft straft mit Corona (oder einer anderen Erkrankung) auch nicht. Sie hat übrigens überhaupt kein Interesse daran, dass es Menschen oder Tieren oder der Natur oder überhaupt der Welt schlecht ginge. Die MENSCHEN haben es in der Hand, was auf Erden passiert. Mit ihren Gedanken schaffen sie selbst sich und anderen im Wortsinn Sekunde für Sekunde die Basis für das, was passiert.

Ein Lied aus Apocaluther lautet:

Der Mensch ist frei, Gott hat ihn so geschaffen. Und er liebt ihn ganz so, wie er ist.
Doch der Mensch geht fort und bastelt Waffen, und häuft auf viel unnützen Besitz.

Der Mensch ist frei, er ist dazu geboren. Und er weiß das tief in sich genau.
Doch der Mensch wird in der Welt erzogen und die Welt ist leider nicht so schlau.

Der Mensch ist fei, von Gott dazu berufen, das zu tun, was er wirklich will.
Doch der Mensch hat das schon längst vergessen, bleibt ganz klein, verbittert, hart und still.

Der Mensch ist frei, als Gotteskind zu handeln, gut gelaunt, geliebt und unversehrt.
Doch der Mensch kann’s leider noch nicht fassen, darum macht er’s immer noch verkehrt.

Der Mensch ist frei, das alles zu verändern, einmal hat er’s ja bereits getan.
Er lief weg, doch Gott sagt lieb und freundlich: „Fang mit mir dein Leben anders an.“

Womit wir wieder bei Hippokrates wären: Das Leben selbst ändern und dann mal gucken, was an Therapiebedarf übrig bleibt. Zum Ändern gehört vordringlich eine andere Kommunikation, allem voran mit sich selbst und auch hier auf Augenhöhe.

Wer also in der Kindheit gelernt hat, nicht auf sich selbst schauen zu dürfen oder zu können, kann das immer noch ändern. Corona, das die Gesellschaft mehr und mehr ins eigene Haus zurückschickt, um vielleicht auf Wege zur bedingungslosen Liebe für sich selbst und andere zurückzufinden, bietet dafür beste Gelegenheiten.

Das obige Gebet ist kein Heilungsversprechen. Es ist ein Vertrauen darauf, was alles möglich ist. Es ist auch kein „ein Mal gesagt und gut is“. Sondern es möge wie ein Mantra verwendet werden.

Ich wünsche allseits Kraft, tip top Immunsysteme und gute Gesundheit.

PS: Der Titel lehnt sich an an den Titel „Liebe in den Zeiten der Cholera“ von Gabriel García Márquez. An Cholera sterben täglich erheblich mehr Menschen als an Corona. Doch die Cholera ist ja nicht „hier“ … Das Immunsystem zu stärken ist zum Glück gegen alle Erkrankungen nützlich, und man stelle sich vor, was passierte, wenn Menschen nur 10 Prozent Panik aus Corona rausnähmen und diese in mehr generelle Zuversicht steckten.

Eine Antwort auf „Unversehrt bleiben oder: Liebe in den Zeiten von Corona“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.