Essenz gegen Sehnsucht

Über das heilsame Auffüllen alter Kümmernisse in Corona-Zeiten

So lange Jahre hatten die Menschen daran gearbeitet, dass Grenzen fallen. Grenzbäume und Mauern sind dann auch verschwunden, andere Länder waren einfach so bereisbar. Covid-19 schloss die Grenzen wieder. Virtuell können wir zwar weiter überall unterwegs sein. Doch das Miteinander mit anderen Menschen, die Möglichkeit, einfach so in ein anderes Land losfahren zu können, ist auf unabsehbare Zeit unmöglich geworden. Bei vielen kommt Sehnsucht auf, endlich wieder woanders hin oder bestimmte Dinge tun zu können. Hier ein wenig Input für Menschen, die Sehnsuchts-Schmerz reduzieren möchten.

Prosaisch gesagt ist Sehnsucht eine Sucht wie jede andere auch. Zwar gesellschaftlich akzeptiert – vermutlich, weil sie so poetisch ist. Insgesamt lähmt sie jedoch eher, als dass sie nutzt.

Sehnsucht ist die Sucht nach etwas, das nicht da ist. Man möchte diese Sehnsucht stillen. Das klingt nach Mutterbrust und hat auch viel mit ihr zu tun. Denn Sehnsucht hat zumeist in frühesten Lebenswochen und -monaten ihre älteste Ursache. Verlusterfahrungen aus dieser Zeit zeigen sich später als Sehnsucht nach ganz profunden Dingen, vor allem Orten und Menschen.

Einfach so auf und davon fahren – gegenwärtig unmöglich.

Je mehr Sehnsucht in einem steckt, desto größer sind die Löcher, die durch Erfahrungen von Verlust und Leid von klein auf in einem gerissen wurden. Jede Verlust- und Leiderfahrung war ein Trauma, dem eine Dissoziation folgte, eine Abspaltung von Selbst. Anders ausgedrückt ist eine Abspaltung von Selbst allerdings nur der Verlust eigener Essenz, nämlich der bedingunglosen, puren Liebe, aus der wir kommen und aus der wir bestehen.

Einfach mit anderen an schönen Orten feiern – gegenwärtig unmöglich.

Auf der Erde könnte es ebenfalls so bedingunslos liebend zugehen – doch verhält es sich, wie wir alle wissen, hier anders, und durch die Abspaltung von Essenz versuchen wir, uns an die hiesigen Zustände anzupassen, um zu überleben. Sehnsucht ist eine von vielen Reaktionen des übrig gebliebenen Selbst nach dem, was verloren ging. Weil wir nicht wissen, wie wir es zurückholen können, nehmen wir das, was in greifbarer Nähe ist. Menschen, Orte, Erlebnisse, Substanzen. Sind die nicht da, schlägt unser System Alarm, zum Beispiel mit Schmerz.

Wie viel im Innern fehlt, ist in diesen Zeiten besonders gut zu spüren. Denn die Zwangsdistanz versagt vieles, was wir normalerweise in uns hineinfüllen, um uns gut zu fühlen. Unter anderem sind das schöne Erlebnisse an tollen Orten mit Menschen, die wir sehr mögen. Genau dieses „Mehr-Spüren“ der inneren Löcher erleichtert das Zurückholen der eigenen Essenz. Denn es zeigt ganz genau, wo die eigene Essenz, also bedingungslose Liebe, fehlt.

Einfach innere Löcher mit bedingungsloser Liebe auffüllen – rund um die Uhr möglich.

Auffüllen ist angesagt. Was es für Vorteile für einen selbst und damit für die Gesellschaft hat, aus einer Sucht herauszukommen, möge sich jeder selbst an mehreren Händen abzählen. Hier ist eine allgemeine Anleitung zum Auffüllen von Sehnsucht:

• Stell Dir nicht nur vor, über Dir wäre alles voller bedingungsloser Liebe, sondern wisse, dass dem so ist.

• Erspüre in Dir die Sehnsuchtsgefühle, lasse sie tief und innig zu. Musst Du dabei weinen, lass den Tränen freien Lauf.

• Sage dann: Hiermit gebe ich all die Ursachen der Sehnsucht, die ich jetzt in mir spüre, frei und in Frieden. Das geschieht sanft, in Balance und ohne Belastung, das ist sicher für mich, und alle freuen sich. Danke.

• Du kannst Dir dabei auch wie einem kleinen Kind von vorne nach hinten über den Kopf streichen.

• Du wirst merken, wie das Sehnsuchtsgefühl sanft, aber sicher, ja, regelrecht „verfliegt“. Denn Du hast die alten Löcher, die dieses Gefühl verursacht haben, mit Deiner Essenz aufgefüllt. Ganz einfach und von oben. Diese Essenz bleibt auch am Platz. Der Kummer ist gegangen – nach oben ins Eins, denn da ist viel Platz.*

• Spürst Du irgendwann weitere Sehnsucht, wiederhole dieses Ritual. Denn Sehnsucht hat viele Ursachen, und diese zeigen sich erst nach und nach. Wichtig ist, all diese Ursachen ebenso nach und nach in Frieden zu bringen. Am besten und einfachsten immer dann, wenn sie sich zeigen. Es geht dabei nie darum, möglichst viel auf einmal zu schaffen. Sondern immer nur darum, Verlust rückgängig zu machen, der sich gerade zeigt. Das Rückgängigmachen geschieht durch die einzige Essenz, die das kann, und das ist bedingungslose Liebe, Deine eigene Essenz.

Moment mal, das hieße ja, man hätte irgendwann keine Sehnsucht mehr. Ja, so ist das, und aus eigener Erfahrung kann ich Dir versichern: Das fühlt sich prima an. Vor allem in Zeiten wie diesen.

Selbst Leuchtturm sein wäre eine Alternative.

Zum Beispiel würde ich gerne nach Paris fahren und dort dies und das unternehmen. Kann ich aber nicht, und wann ich das wieder können werde, weiß ich nicht. Mich nun aber der Sehnsucht hinzugeben, würde mich traurig machen. Vielleicht würde ich mich aufregen, dass ich da nicht hin kann. All das würde mich Zeit kosten, die ich besser für etwas anderes nutzen kann. Außerdem wäre es schädlich fürs Immunsystem. Darum tausche ich, wann immer mir wieder noch etwas anderes einfällt, was ich jetzt SOOO gerne in Paris machen würde, den Kummer, der bei solchen Gedanken noch hochkommt, intrasonant durch bedingungslose Liebe aus. Und gut is. 🙂

Über Sehnsucht kann man Bücher füllen. Man kann Sehnsucht toll finden und sich im Schmerz weiden. Man kann auch Johann Wolfgang von Goethe zitieren, dessen Gedichtzeilen „Nur wer die Sehnsucht kennt, Weiß , was ich leide!“ sich ins deutschsprachige Gemüt eingebrannt haben. Man kann Sehnsucht aber auch intrasonant bearbeiten und dann DENNOCH gerne in woanders sein wollen. Allerdings mit sehr großer Freude statt mit Leid im Herzen.

Wo möchtest Du jetzt gerne sein, mit wem würdest Du „abhängen“, wonach oder nach wem sehnst Du Dich schmerzvoll? Wäre es nicht schön, sich kummerfrei an den Lieblingsort oder zu dem Lieblingsmenschen denken zu können? Lass die Sehnsucht los, hol Dir Deine Essenz zurück. Du bist nicht auf der Welt, um zu leiden, sondern um glücklich zu leben. Egal, was gerade möglich oder eben nicht möglich ist. Das klingt vielleicht ein wenig radikal und ich selbst hätte vor zehn Jahren noch gesagt, dass es Quatsch wäre, was hier steht. Doch es ist, was es ist, sagt die immer da seiende und in uns zurückholbare bedingungslose Liebe.

Das hier Beschriebene gilt definitiv auch für Sehnsucht nach Menschen, ob diese noch leben oder schon gestorben sind. Der Kummer, dass sie nicht (mehr) oder noch nicht wieder da sind, hat nur etwas mit den Fehlstellen in unserem eigenen Selbst zu tun. Wäre dort die Liebe, die da hingehört, würden wir statt der Sehnsucht die alles zusammenbringende, bedingungslose Liebe spüren, den Flow des Seins, mit allen wunderbaren Konsequenzen.

Probiere das Auffüllen aus, es ist ganz leicht. Für Ungeübte kann es sich natürlich auch un-einfach anfühlen. Schließlich haben wir Menschen meist gelernt, dass Dinge schwer sein müssen. Dass man Abspaltungen des Selbst einfach so rückgängig machen kann, hm … Eine andere Möglichkeit ist darum, mit mir zusammen in der Sprachbarke intrasonant zu arbeiten. Schau’s Dir einfach mal an, und wenn Du jemanden kennst, den das interessieren könnte, dann sag’s gerne weiter. 🙂

Herzliche Grüße
Ulriqe

* Zurückgeholte Essenz kann nur durch erneute Traumatisierungen verloren gehen. Das ist jedoch sehr unwahrscheinlich, da das Selbst im Falle von Trauma unvorhergesehen immer nur dort abspaltet, wo es gerade energetisch am günstigsten ist.

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