Sprache schafft Realität

Ich möchte darum hier eine Überlegung anbringen: Rechts und links in der Politik – ist das nicht ein erschreckendes Paradox, wenn wir uns verwandte, gewohnte Wortbedeutungen ansehen? Recht haben. Was Rechtes (im Sinne von Gutes) tun. Rechtsstaat.

Ich bin der Ansicht, dass wir uns gesellschaftlich mit der weiteren Verwendung dieser „Seitenbenennung“ einen Bärendienst erweisen, wenn nicht gar von Anfang an erwiesen haben. Denn es ist nicht Recht, was Rechts-extremismus tut.

Wenn es also heißt #keinenmillimeternachrechts, dann ist das sprachlich die falsche Richtung. Es müsste vielmehr heißen #keinenmillimeterinsunrecht. Dies würde ganz klar zeigen, wo die Grenze ist.

Denn mal ganz bildlich gesprochen: Wo, bitte, kann sich die breite, demokratiestarke Mitte der Gesellschaft formieren, wenn sie sich nach allem, was „recht(s)“ ist, kategorisch abschottet? Sie wird ganz nach „links“ driften (was ja auch schon passiert), und „normal Konservative“ werden sofort mit „Achtung, Antifa!“ um die Ecke kommen, wenn sich unterschiedlichste Gruppen zu Demonstationen wie heute in Hanau versammeln. Und sie werden nicht nur, sie sagen es bereits, und werden aufgrund ihres Rufes auch bereits von Teilen der Gesellschaft als rechtsradikal eingestuft, weil sie „vor der Antifa warnen“.

Das ist eine langsam wirkende Säure, die die Gesellschaft zersetzen kann:

Zu Menschen, die sich nicht als „links“ verstehen, die aber Lichtjahre davon entfernt sind, rechtsradikal zu sein, zu sagen, sie wären rechts und darum schlimm. Nein, das ist keine Säure, das ist ein gefährlicher Virus, der sich rasant überträgt und ausbreitet.

Der Virus heißt meiner Meinung nach Angst, und gegen die hilft nur Liebe, und zwar eine, die weiß, was sie tut:

Sehen, aufrichten und Unrecht verhindern. In der Gesellschaft eine starke, breite Mitte schaffen, die Recht von Unrecht zu unterscheiden weiß.

Eine breite (!) Mitte, mit der (nicht nur) dieser Staat dem fanatischen Rassenhass standhalten kann.

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Nie wieder ist möglich

– Zum Gedenken an 75 Jahre Befreiung von Auschwitz. –

Lumpenkind – nach Auschwitz transportierte Frauen ließen ihre Säuglinge in den Kleiderkammern zurück, hoffend, man würde die Kinder am Leben lassen – Finkhofwolle, 2009

Bei einer Performance zum Gedenken an den Todesmarsch 1945 von Frankfurt nach Hünfeld passiert es Teilnehmern, dass Bilder eigenen Leids in ihnen hochsteigen. Sie fragen mich dann mit Tränen in den Augen, ob sie an diese Erfahrungen, meist Flucht und Vertreibung, denken dürften. Bei der Performance ginge es doch schließlich um etwas anderes.

Meine Antwort lautet dann immer: Ja, und wir kommen nur miteinander weiter, wenn wir erkennen, dass alles Leid etwas miteinander zu tun hat. Bilder zu verdrängen, Erfahrungen zu verschweigen – wir wissen alle, dass das in den vergangenen Jahrzehnten wenig gebracht hat. Heute in Deutschland lebende Jüdinnen und Juden überlegen bereits, das Land zu verlassen.

Wichtig ist, Verdrängtes aus seiner dunklen Gefrorenheit hervorzuholen ans Licht und es so in Frieden zu bringen. Unter anderem durch das, was bei den Performances zum Todesmarschgedenken passiert, weiß ich, dass dies möglich ist.

Kollektiv oder jeder für sich – was war, kann in Frieden gebracht werden. Nicht, damit es vergessen wird. Sondern im Gegenteil: Menschen mit heilenden Seelen können viel leichter und dabei kraftvoller dazu beitragen, dass sich so etwas wie die Nazizeit nie wiederholt.

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Der Weg in Dir

Sieht ein Weg so aus, steht der Winter bevor, der Frühling, also das Neue, wird folgen. Neu sind dann die Blätter. Doch die Büsche und Bäume sind die alten. Also, sind die Blätter dann wirklich neu? Oder waren sie nicht schon immer angelegt in dem, was ist?

Wenn Du also im Herbst Deine Blätter verlierst und traurig bist, dass das Alte vergeht, steht das Neue schon mehr in den Startlöchern, als Du bislang gedacht hast. Der Weg, an dem die Bäume Deines Lebens stehen, ist in Dir.

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Spann dich aus

Du kennst vielleicht den Spruch „Auf der Frequenz bin ich taub“. Ein Vorteil ist in der Tat, sich auf bestimmten Frequenzen ausschalten zu können. Gut ist, wenn man auch wieder einschalten kann. Doch wer kann das schon?!

An niemandem von uns hängt ja eine Gebrauchsanweisung dran, wenn wir auf die Welt kommen. Wäre dem so, dann hätte ein Baby ein Etikett, auf dem stünde: Frequenzen von da bis da vorhanden, dort nicht und hier auch nicht, weil: Traumata geerbt vom Großvater und von der Urgroßmutter und von Papa und Mama und während der Schwangerschaft bereits leichte Irritationen erlebt, darum eventuell flirrend auf der Frequenz xyz etc. pp.

Ist aber nicht so. Wir kommen nackt an, sehen niedlich aus, damit man sich um uns kümmert – und haben mit Eltern zu tun, an denen auch kein Etikett gehangen hatte. In Apocaluther heißt es dazu:

5. Chorkind: Aber wir Kinder wissen das doch, das mit der Liebe. Wir kommen auf die Welt und sind Liebe pur. Wir kommen ja direkt von dort, von Gott. Glaub ich zumindest … Wir kommen also aus dieser bedingungslosen Liebe Gottes auf diese Welt und erleben vom ersten Tag an, wie das hier zugeht auf der Welt.

1. Chorkind:  Und weil wir selbst als Babies noch so bedingungslos lieben und weil wir so klein sind, lassen wir uns alles gefallen. Wir müssen uns alles gefallen lassen. Wie sollen wir sonst überleben.

2. Chorkind: Und schwupps, haben wir was ganz anderes gelernt, als was eigentlich Sache ist. (Anm.: und Frequenz verloren)

3. Chorkind: Die Großen können aber nichts dafür. Sie haben es ja selbst nicht anders gelernt.

Theodor: Wenn man sich das überlegt: Das geht jetzt seit Adam und Eva so zu auf der Welt. Dann kam Jesus. Aber noch heute haben die Menschen nicht kapiert, was Gott mit Jesus Christus eigentlich gemeint hat.

Theodizee: Nö. Die haben Angst vor der Apocalypse und machen sich gegenseitig das Leben schwer und meinen DANN, Gott würde das wollen oder zumindest dulden.

7. Chorkind: Sie meinen immer, Gott ließe das Leid auf der Welt zu und sei der einzige, der Frieden bringen könnte.

Stimmt aber halt nicht. Denn die Menschen haben es in der Hand, wie es auf Erden zugeht. Und da wird sich nur wirklich was ändern, wenn mehr Menschen auf mehr Frequenzen erreichbar sind.

Dafür muss man Frequenzen reaktivieren können. Wie das geht? Bewusstsein entwickeln! Das meint: Sich seiner selbst bewusst werden und dann sein.

Solange jedoch Traumata etc. in uns herumspuken, fehlt an diesen Stellen Bewusst-Sein. Denn wer möchte sich schon eines erlebten Traumas bewusst sein?

Mein Herzensthema ist, Menschen zu zeigen, wie sie ihre Traumata in Verbindung mit dem All-Eins in Frieden bringen, OHNE sich des Schlimmen noch mal bewusst werden zu müssen. Da, wo das Trauma war, kehrt Frequenz zurück. Lebendigkeit. Denn etwas von dir selbst kehrt zurück zu dir.

Wie ein Regenbogen spannst du dich dann mehr und mehr aus. Aber nicht gekrümmt, sondern von der Erde bis in den Himmel hinein.

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Was Einleuchtendes

Zwei Räume nebeneinander, verbunden mit einer Tür, die allerdings geschlossen ist. In dem einen Raum ist es finster, in dem anderen ist es hell. Was passiert, wenn man die Tür öffnet?

Genau: Das Licht fällt in die Finsternis. Nicht umgekehrt.

So ist das auch in uns. Die Frage ist, wer da Türen zu unseren inneren Räumen aufmachen darf, die von Leid, Angst und Kummer dunkel geworden sind. Oft werden diese Räume Schatten genannt. Uns wird gesagt, wir müssten sie „integrieren“.

Doch diese Räume gehören bereits uns, wir müssen nichts integrieren. Sondern es geht darum, sie auf und damit wieder hell zu machen. Und wir selbst haben es in der Hand, diese Türen zu öffnen und das Licht hineinzulassen, das dort hingehört. Also die Seelenanteile zurückzuholen, die zu uns gehören.

Das können wir, weil wir Kinder des Lichts sind.

Je mehr Dunkles Du in Dir erhellst, desto klarer wirst Du erkennen, wer Du wirklich bist. Vor allem wirst Du so dorthin finden, wonach Du Dich so sehr sehnst: Dein Zuhause in Dir und damit in der Geborgenheit des All-Eins.

Das strahlt aus, auf andere. Insgesamt also einleuchtend. Die Welt kann’s brauchen.

Ich wünsche Dir einen gesegneten Sonntag,
Deine Ulriqe

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Im gemachten Nest

Diese Ente sitzt auf einem großen Blumentopf, inmitten von Rosmarin und Thymian. Der Topf ist rund einen Meter hoch und mit Erde gefüllt. Auf diesem Topf hat sie ein Nest gefunden, in dem sie sich sichtlich wohlfühlt. Sie musste für diesen Topf und das Nest nichts tun, beides war einfach da. Ob dies das Zuhause der Ente ist oder ob sie eher den nahen See so bezeichnen würde, wissen wir natürlich nicht. Doch sie wirkt sehr bei sich, und darauf kommt’s an.

So ist das eigentlich auch bei Menschen. Denn alles wäre eigentlich da, um bei sich sein zu können. Wenn da nicht die ganzen Abspaltungen vom Selbst wären, die inneren Löcher, die schwarz sein können, sodass man hineinstopfen kann, was man will, es reicht nie. Das Loch saugt, der eigene Topf bleibt leer.

Darum hilft nur, zurückzuholen, was man verloren hat und was ursächlich zu einem selbst gehört. Hiermit rufe ich sanft, in Balance und ohne Belastung zu mir zurück, was zu mir gehört und was mich dabei unterstützt, ganz bei mir sein zu können. Das ist sicher für mich, und alle freuen sich. So zum Beispiel kann man das machen, immer mal wieder; nur das wird jeweils zurückkommen, was jetzt sicher ist für Dich. Denn stell Dir vor, Du hast einen leeren Blumentopf und von jetzt auf gleich wird alles auf einmal reingestopft, was da reingehört. Geht nicht, klappt nicht, es geht nur nach und nach.

Ganz zu werden ist also ein behutsames Nach-und-nach-Zurückholen dessen, was abhanden kam. Man hatte es ja auch alles erst nach und nach verloren. Jedes Mal kann man dann in dem leicht aufgefüllten Nest eine Weile probesitzen. Es wird sich auf jeden Fall bereits anders anfühlen als vorher. Und dabei das Leben nicht vergessen, also auch wieder raus aus der Komfortzone und nachspüren, was man jetzt bräuchte, um mit etwas besser klarzukommen – und sei es man selbst.

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Freitag.

Deine Ulriqe

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In der Tiefe hell machen

Buß- und Bettag. Wie geht Euch das mit dieser Bezeichnung? Im Ernst, ich mag sie nicht. Unter anderem, weil dieser Tag jährlich begangen wird, sich jedoch herzlich wenig ändert. Wo sind denn die Umkehrer, die Zieht-den-neuen-Menschen-an-Leute? Bislang hat das Begehen dieses Tages nicht dazu beigetragen, dass Frieden in Familien, in Gesellschaften, geschweige denn auf Erden ist. Obwohl er vor 2.000 Jahren als da-seiend verkündet wurde. Ja, wo isser denn, der Frieden?

Die heutige Losung lautet: Meine Lippen und meine Seele, die du erlöst hast, sollen fröhlich sein und dir lobsingen. (Psalm 71,23) Passt irgendwie nicht zu Buß- und Bettag, oder? Aber ich find ja, seit ich ein kleines Kind bin, das mit den Losungen sehr spannend. Manchmal passen sie wirklich genau zu dem, was man selbst so vorhat am Tag. Oft heißt es jedoch um die Ecke denken, wenn man denn möchte.

Ich möchte das heute mal wieder machen, und darum ist da oben dieses Bild mit dem Laterne laufenden Kind. Das ursprüngliche Lied hat mein Vater geschrieben. Für das Kinderchorstück TABOE, aus dem der Text im Bild stammt, habe ich neue Strophen gemacht.

In TABOE geht es um einen Teddybären, der auf seinem Weg durch die Gewalt der Welt in Stücke gegangen ist. Kinder finden eines der Ohren. Durch das Singen von Liedern aus der ganzen Welt kommen die anderen Teile des Teddybären wie von Zauberhand wieder zurück. Durch die Lieder werden regelrecht Seelenanteile eingesammelt. Der Teddy wird zum Schluss wieder ganz.

Denn so funktioniert Musik. Es kommt nur darauf an, mit welcher Absicht und mit welchen Inhalten sie gespielt oder gesungen wird. Lernen Kinder von Kleinauf in Liedern, dass die Welt ein Jammertal sei, werden sie das glauben. Das ist aber nicht gut. Darum singe ich das auch mit Chorkindern oder meinen eigenen nicht mehr. Ich bin aber auch nicht dafür, dass man flache Firlefanzlieder singt. Wir Menschen brauchen Lieder, die uns in der Tiefe berühren und es dort hell machen (Laterne, sic!). Ob es nun frohe, lustige oder ernstere Lieder sind. Sind Lieder so, können verlorene Seelenanteile allein durchs Singen zurückkehren.

Bin ich traurig oder froh, sing ich los, ganz einfach so, dafür muss man natürlich ein paar passende Lieder für die jeweilige Situation parat haben. Nicht auf CD. Sondern im Kopf, zum Selbersingen. Irgendeins fällt dir bestimmt ein. Dann sing das heute mal und sei Dir dabei bewusst, dass während des Singens mindestens ein verlorenes Seelenteil zu Dir zurückkommen wird. Weil es da wieder hin möchte, wo so schöne Musik erklingt – und weil es dort zu Hause ist, bei Dir.

Mit der Bedeutung von „Buße“, wie das allgemein verstanden wird, hat Luther uns übrigens einen Bärendienst erwiesen. Denn er hat es als „Schrecken und gläubige Reue“ verstanden. Dabei ist die eigentliche Bedeutung ganz anders., nämlich „Abkehr von nicht segensvollen menschlichen Handlungen“ (hebräisch: schub) oder Sinneswandel bzw. Umdenken (griechisch metanoia). Naja, und umdenken muss man ja wirklich, wenn es ums Zurückholen von Seelenanteilen geht. Es ist nämlich eine zutiefst menschliche segensvolle Handlung, die auf vielfältige Art und Weise funktioniert. Heute halt mal singend.

Die letzte Strophe des Liedes heißt übrigens: Ich kenne viele Leute, ich auch, ich auch, ich auch. Morgen noch mehr als heute, ich auch, ich auch, ich auch. Wenn wir miteinander singen, wird der Welt das Frieden bringen, ich kenne viele Leute, ich auch, ich auch, ich auch.

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